Es scheint wie ein Zufall, dass die Periode des Jura zu allererst in dem gleichnamigen Mittelgebirge festgelegt wurde. Wären die englischen Geologen, die schließlich die ersten Vorarbeiten geleistet hatten, etwas mehr auf die Errichtung eines eigenen wissenschaftlichen “Empires” bedacht gewesen, wären sie sicher die ersten gewesen, die dieses Zeitalter der grauen Vorzeit abgesteckt und ihm einen Namen gegeben hätten. Diese Periode würde dann bestimmt nicht Jura heißen, sondern Dorset oder Cotswold, oder vielleicht sogar Yorkshire. Aber würden diese Namen den gleichen poetischen Nachklang haben wie “Jura”? Hätten die bekannten Filme, in denen grimmige Dinosaurier auftreten, unter dem Namen “Cotswoldic Park” den gleichen internationalen Erfolg gehabt? Über diesen Punkt könnte man sich durchaus in sozio-geologischen Spekulationen ergehen.

Aus: Die Erde nach uns - Der Mensch als Fossil einer fernen Zukunft von Jan Zalasiewicz, S. 150 (Spektrum akademischer Verlag, Heidelberg 2009)

Für die, die es interessiert und noch nicht wussten: Geologischen Perioden oder auch Gesteine werden häufig nach der Lokation (z.B. der Grafschaft Devon in Südengland oder dem Juragebirge) benannt, in der sie massenhaft auftreten oder zuerst gefunden oder beschrieben wurden.

Tsunami zerstörte das antike Olympia: Geoarchäologische Untersuchungen finden Hinweise auf katastrophale Überschwemmung der Kultstätte

Das im Nordwesten der griechischen Halbinsel Peleponnes liegende Olympia war in der Antik ein Heiligtum des Zeus und der Austragungsort der olympischen Spiele. Die Relikte der einst zahlreichen Bauten der Kultstätte wurden erst vor rund 250 Jahren wiederentdeckt, 1874 begannen die ersten Ausgrabungen. Lange Zeit nahm man an, dass ein Erdbeben im Jahr 551 n.Chr. die Heiligtümer zerstörte und anschließend Überschwemmungen des Flusses Kladeos zur Verschüttung der antiken Bauwerke unter meterdicken Sedimentschichten führten. Rätselhaft blieb jedoch, wie das an Olympia vorbeiziehende kleine Flüsschen Kladeos zunächst mehrere Meter Sediment aufgeschüttet haben soll, um sich anschließend zehn bis zwölf Meter tief auf sein antikes Laufniveau einzuschneiden.

scinexx | Japan-Beben verkürzt Tageslänge: Schwerkraftachse der Erde um 17 Zentimeter verschoben
Lange Nacht der Ozeane » Rohstoffsuche am Meeresboden.

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